Welcher E-Scooter passt zu mir?

Erst der Ort, dann die Reichweite

Zwei Scooter im Warenkorb: einer fährt laut Hersteller bis 45 km/h und kostet 569 Franken, der andere 20 km/h und kostet 949 Franken. Auf dem Datenblatt gewinnt der schnelle. Sobald du damit auf eine Schweizer Strasse willst, gewinnt der langsame, weil der schnelle dort nichts zu suchen hat.

Die Kaufentscheidung fällt also nicht bei der Reichweite und nicht beim Preis. Sie fällt bei einer Frage: Fährst du auf öffentlichem Grund oder auf Privatgelände? Erst danach reden wir über Kilometer, Watt und Kilogramm.

Kurz gesagt

Für Strasse, Radweg und Radstreifen brauchst du ein auf 20 km/h limitiertes Modell. Bei uns sind das drei Teverun in der CH-Edition. Alle Modelle mit 45 km/h und mehr sind laut Produktbeschreibung für Privatgelände gedacht.

Schritt 1: Öffentliche Strasse oder Privatgelände?

E-Scooter mit reinem Gasgriff gelten in der Schweiz rechtlich als Motorfahrrad, also in der Mofa-Kategorie. Die Limite liegt bei 20 km/h. Das Trottoir ist verboten. Erlaubt sind Radweg und Radstreifen, sonst fährst du auf der normalen Strasse. Mindestalter ist 14, von 14 bis 16 brauchst du den Führerausweis der Kategorie M, ab 16 keinen.

Ein schnelleres Modell nachträglich zu drosseln oder ein gedrosseltes zu entsperren ist illegal und wird kontrolliert. Wer entsperrt, verliert Zulassung und Versicherungsdeckung. Was du sonst noch mitführen musst, ist klar geregelt: Licht vorne und hinten, mindestens eine mechanische Bremse und eine Klingel. Eine Helmpflicht gibt es nicht, ein Kontrollschild brauchst du nicht, und eine separate Versicherung auch nicht: Deine private Haftpflichtversicherung deckt den Scooter mit ab. Dieser Abschnitt ist keine Rechtsberatung, und der Stand kann sich ändern.

Damit hast du zwei Äste. Ast A: du fährst öffentlich, dann kommen genau drei Modelle in Frage. Ast B: du fährst auf privatem Grund mit Erlaubnis des Eigentümers, dann öffnet sich das ganze Sortiment.

Ast A, Szenario 1: Arbeitsweg in der Stadt

Fünf bis zwölf Kilometer, Asphalt, Ampeln, jeden Tag. Hier reicht der Teverun Blade Mini Pro eKFV für 949 Franken. 52V mit 22.5 Ah ergeben 1170 Wh Akku, angetrieben von zwei 250-W-Motoren von Bosch, Herstellerangabe bis 60 km Reichweite bei 20 km/h plus 10 Prozent Toleranz.

Bei einem Arbeitsweg von zehn Kilometern pro Richtung heisst das: du lädst nicht täglich, sondern hast Reserve für kalte Tage und Umwege. Genau darum ist Reichweite in der Stadt selten das Problem.

Dafür

  • Auf 20 km/h limitiert, also für den öffentlichen Verkehr gebaut
  • 1170 Wh sind für einen Stadtweg deutlich mehr als nötig
  • Günstigstes der drei strassentauglichen Modelle

Dagegen

  • 31.2 kg sind kein Tragegewicht für Treppen
  • 20 km/h fühlen sich nach dem ersten Probefahren langsam an
  • Teurer als schnelle Modelle mit ähnlicher Reichweite

Ast A, Szenario 2: Pendeln mit Zug oder Tram

Der Scooter bringt dich zum Bahnhof, fährt mit und rollt am Ziel weiter. Klingt nach der besten Kombination, ist aber der Fall, in dem unser Sortiment am wenigsten überzeugt. Der Blade Mini Pro wiegt 31.2 kg. Das hebt du einmal in ein Zugabteil, nicht zweimal täglich über eine Unterführungstreppe.

Nimm dieses Gewicht ernst, bevor du bestellst. Stell dir eine Kiste Mineralwasser mit 12 Flaschen vor, dann nochmal eine halbe dazu. So fühlen sich 31 kg an, wenn der Zug in zwei Minuten fährt. Das Blade Mini Ultra eKFV liegt mit 32.8 kg nur wenig darüber. Beim Fighter Mini Pro eKFV nennt der Hersteller kein Gewicht, und er trägt den grössten Akku der drei: frag im Zweifel nach, bevor du bestellst.

Unsere Empfehlung für dieses Szenario ist deshalb ehrlich unbequem: prüfe zuerst deine Strecke. Gibt es am Bahnhof Lift oder Rampe und musst du den Scooter nur schieben, funktioniert der Blade Mini Pro. Musst du regelmässig Treppen steigen, passt kein Modell aus unserem Sortiment gut, und ein leichter Klappscooter aus einer anderen Gewichtsklasse ist die sinnvollere Wahl. Ausserdem: zusammengeklappt darfst du ihn im Zug mitnehmen, das gilt für Räder unter 13 Zoll, und damit für jedes Modell aus unserem Sortiment.

Ast A, Szenario 3: Langer Arbeitsweg, Laden nur zu Hause

Zwanzig Kilometer pro Richtung, keine Steckdose am Arbeitsplatz, dazu Winter. Jetzt zählt Reichweite wirklich, weil du 40 km mit einer Ladung schaffen musst und Kälte den Akku ausbremst.

Der Teverun Blade Mini Ultra eKFV kostet 1319 Franken und bringt 52V mit 30 Ah, also 1560 Wh. Laut Hersteller bis 90 km. Der Teverun Fighter Mini Pro eKFV liegt bei 1929 Franken mit 52V 30.8 Ah von Samsung und laut Hersteller bis 100 km.

Diese Reichweiten sind Herstellerangaben unter günstigen Bedingungen. Kälte, Steigungen, dein Körpergewicht und häufiges Anfahren drücken den Wert. Rechne mit Reserve statt mit dem Maximalwert, dann passt die Planung auch im Januar.

Wann lohnt der Aufpreis von 610 Franken zwischen den beiden nicht? Wenn du unter 25 km am Tag fährst. Dann bezahlst du für Kapazität, die du nie brauchst, und trägst sie als Akkugewicht mit.

Ast B, Szenario 4: Freizeit auf Privatgelände

Du hast Zugang zu privatem Grund, willst Spass und gibst wenig aus. Der KuKirin T3 für 569 Franken fährt laut Hersteller bis 45 km/h mit 800 W und 48V 15.6 Ah, Reichweite bis 58 km, Gewicht 25.5 kg. Der KuKirin G2 für 579 Franken liegt bei bis 45 km/h, 800 W, 48V 15 Ah, bis 55 km und 26 kg.

Beide sind laut Produktbeschreibung nicht für die Strasse gedacht. Von allen Modellen mit Gewichtsangabe sind sie die leichtesten, was sie im Kofferraum handlicher macht als alles darüber.

Ast B, Szenario 5: Offroad und Tempo

Feldwege, Steigungen, unebener Untergrund. Hier zählen zwei Motoren und Federung, nicht die Höchstgeschwindigkeit auf dem Papier.

Der Joyor T10 kostet 769 Franken, hat 2×1000 W mit 3800 W Peak, 60V 18 Ah, laut Hersteller bis 60 km/h und 30 bis 75 km Reichweite bei 29.6 kg. Die grosse Spanne bei der Reichweite zeigt genau, was Gelände und Fahrstil ausmachen.

Wer mehr Kapazität will: der Boyueda S5-11 für 1149 Franken hat 60V 38 Ah, also 2280 Wh, dazu 2×3000 W und laut Hersteller 100 bis 120 km. Dafür wiegt er 45 kg. Das ist ein Gerät, das du fährst und nicht trägst.

Über 1149 Franken hinaus geht es weiter bis zum Dualtron Thunder 3 für 3450 Franken mit 72V 40 Ah und 51 kg. Für Freizeitfahrten auf einem Privatgrundstück ist das mehr Maschine als Nutzen. Kaufe da nur, wenn du bewusst in diese Klasse willst.

Gewicht ist das Kriterium, das im Laden niemand nennt

Reichweite steht gross auf jeder Produktseite, Gewicht klein. Im Alltag entscheidet aber das Gewicht darüber, ob du das Ding in den Keller trägst, in ein Tram hebst oder über eine Bordsteinkante wuchtest. Mehr Akku bedeutet mehr Kilo, immer.

Modell Gewicht Reichweite laut Hersteller Realistisch dafür
KuKirin T3 25.5 kg bis 58 km Kofferraum, kurze Wege tragen
KuKirin G2 26 kg bis 55 km Kofferraum, kurze Wege tragen
Joyor T10 29.6 kg 30 bis 75 km schieben, selten heben
Teverun Blade Mini Pro eKFV 31.2 kg bis 60 km schieben, Lift statt Treppe
Boyueda S5-11 45 kg 100 bis 120 km fahren, nicht tragen
Dualtron Thunder 3 51 kg 120 bis 170 km fahren, nicht tragen

Der Boyueda Q7 Pro wiegt 30.2 kg. Für den Teverun Fighter Mini Pro liegt uns keine Gewichtsangabe vor, frag im Zweifel nach, bevor du bestellst.

Für wen nichts davon passt

  • Du musst täglich Treppen steigen. Ab 30 kg wird das zur Belastung. Kein Modell hier ist dafür gebaut.
  • Du bist unter 14. Dann darfst du gar nicht fahren, auch nicht mit einem 20-km/h-Modell.
  • Du willst 45 km/h auf der Strasse. Das gibt es legal nicht. Wer trotzdem so fährt, riskiert Zulassung und Versicherungsdeckung.
  • Du willst nur gelegentlich fahren und wohnst im vierten Stock ohne Lift. Dann steht der Scooter meistens unten und wird nicht benutzt.

Die Entscheidung in fünf Fragen

  1. Fährst du auf öffentlichem Grund? Ja, dann nur eine der drei CH-Editionen. Nein, dann geht alles.
  2. Wie weit ist deine längste Strecke ohne Steckdose? Unter 25 km reicht der Blade Mini Pro, darüber lohnt der Ultra oder Fighter.
  3. Musst du den Scooter heben? Wenn ja, wie oft und wie hoch? Prüfe die Kilo, nicht die Kilometer.
  4. Wo lagerst du ihn? Trockener Raum mit Steckdose in Reichweite spart dir jedes zweite Ärgernis.
  5. Wie viel bleibt für Zubehör? Schloss und Ladegerät gehören ins Budget, nicht in die Kategorie später.

Wenn du deine Antworten hast, geh das Sortiment gezielt durch: alle E-Scooter ansehen und die drei CH-Editionen zuerst vergleichen, wenn du auf die Strasse willst. Schreib uns deine Strecke und dein Gewichtslimit, dann sagen wir dir, welches der drei Modelle passt.

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