KuKirin T3 oder KuKirin G2: zehn Franken, zwei Philosophien

Zehn Franken Unterschied: warum das der schwierigste Vergleich im Sortiment ist

Der KuKirin T3 kostet 569 Franken, der KuKirin G2 kostet 579. Zehn Franken. Beide haben einen 800-W-Motor, beide fahren laut Hersteller bis 45 km/h, beide rollen auf 10 Zoll, beide bremsen mit Scheibenbremsen vorne und hinten, beide schaffen bis 20 Grad Steigung und tragen bis 120 kg.

Bei so einem Datenblatt ist die Versuchung gross, eine Münze zu werfen. Das ist aber die falsche Antwort, denn es gibt genau einen Unterschied, der im Schweizer Alltag zählt, und der steht ganz unten in der Tabelle bei einem Wort, das die meisten überlesen.

Beide Modelle sind mit 45 km/h nicht für die Schweizer Strasse zugelassen. Willst du auf öffentlichen Strassen und Radwegen fahren, passt keines von beiden. Dazu weiter unten die drei Modelle, die dafür gebaut sind.

Kurz gesagt

Beim G2 ist IP54 dokumentiert, beim T3 ist die Wasserbeständigkeit nicht bestätigt. Das gibt dir beim G2 mehr Klarheit zu Staub und Spritzwasser, ist aber keine Freigabe für Dauerregen oder eine Lagerung im Freien. In allen anderen Punkten ist der T3 das modernere Gerät, und er kostet zehn Franken weniger.

Die Daten nebeneinander

Merkmal KuKirin T3 KuKirin G2
Preis 569 CHF 579 CHF
Akku 48 V, 15.6 Ah (rund 749 Wh) 48 V, 15 Ah (720 Wh)
Motor 800 W 800 W
Vmax laut Hersteller bis 45 km/h bis 45 km/h
Reichweite laut Hersteller bis 58 km bis 55 km
Gewicht ca. 25.5 kg ca. 26 kg
Reifen 10 Zoll Tubeless Offroad 10 Zoll
Federung vorne und hinten vorhanden, ohne Angabe wo
Bremsen Scheibe vorne und hinten Scheibe vorne und hinten
Steigfähigkeit bis ca. 20° bis ca. 20°
Ladezeit ca. 7 bis 8 h ca. 8 bis 9 h
Wasserbeständigkeit nicht bestätigt IP54
Maximale Belastung ca. 120 kg 120 kg
Strasse Schweiz nein, 45 km/h nein, 45 km/h
Verfügbarkeit im Shop bestellbar im Shop bestellbar

Die Wattstunden stehen in keinem Datenblatt, sie ergeben sich aus Spannung und Kapazität: 48 mal 15.6 sind rund 749, 48 mal 15 sind 720. Der T3 trägt also rund 29 Wh mehr mit sich, das sind vier Prozent. Auf dem Papier werden daraus 3 km zusätzliche Reichweite. Diese vier Prozent wirst du im Alltag nicht spüren, und wenn dir jemand erzählt, der T3 habe den deutlich besseren Akku, dann rechnet er nicht.

Der eine Unterschied, der zählt: IP54 gegen nicht bestätigt

Beim G2 steht IP54 im Datenblatt. Die erste Ziffer bedeutet Schutz gegen Staub in schädigender Menge, die zweite Schutz gegen Spritzwasser aus allen Richtungen. Das ist eine nützliche, dokumentierte Schutzklasse, aber keine Freigabe zum Fahren in starkem Dauerregen, zum Abspritzen oder zum Abstellen im Freien. Massgebend bleiben die Hinweise im Handbuch.

Beim T3 steht bei diesem Punkt «nicht bestätigt». Das heisst nicht, dass er bei Nässe sofort ausfällt. Es heisst, dass der Hersteller keine Schutzklasse zusichert. Bei Akku, Controller und Display lohnt sich diese Unterscheidung, denn Wasserschäden können teuer sein. Ob die Gewährleistung greift, hängt von Ursache und Nutzung ab und wird im Einzelfall geprüft.

Praktisch heisst das: Fährst du nur bei trockenem Wetter und lagerst den Scooter in der Wohnung oder im trockenen Keller, spricht mehr für den T3. Willst du eine dokumentierte Absicherung gegen Staub und Spritzwasser, hat der G2 den klareren Datenpunkt. Trocken lagern solltest du beide.

Wo der T3 tatsächlich besser ist

Drei Punkte sprechen klar für den T3, und keiner davon ist der Akku.

Erstens die Reifen. Tubeless Offroad heisst: kein Schlauch. Je nach Art und Grösse der Beschädigung kann ein Tubeless-Reifen die Luft langsamer verlieren und sich mit geeignetem Dichtmittel reparieren lassen. Pannensicher ist er deshalb nicht. Beim G2 steht nur «10 Zoll», ohne Angabe zur Bauart.

Zweitens die Federung. Beim T3 ist sie ausdrücklich vorne und hinten dokumentiert. Beim G2 steht nur, dass eine Federung vorhanden ist, ohne zu sagen, an welcher Achse. Bei 10-Zoll-Rädern und Schweizer Kopfsteinpflaster ist das ein Komfortunterschied, den du nach zwanzig Minuten in den Handgelenken merkst.

Drittens die Ladezeit: 7 bis 8 Stunden gegen 8 bis 9. Eine Stunde weniger klingt nach wenig, entscheidet aber darüber, ob eine Ladung über Nacht bequem durchläuft oder ob du am Morgen wartest.

Dazu kommt Ausstattung, die sich nicht in Zahlen fassen lässt: RGB-Beleuchtung, ein stärkeres Lichtsystem und drei Fahrmodi. Für Fahranfänger ist der niedrigste Modus mehr wert als jede Höchstgeschwindigkeit, weil er die ersten Kilometer entspannt macht.

Wo der G2 besser ist

Der G2 ist das ältere und breiter verkaufte Modell. Dadurch findest du online meist mehr Erfahrungsberichte und Anleitungen. Ob ein bestimmtes Ersatzteil verfügbar ist, klärst du trotzdem vor dem Kauf bei uns, statt dich auf die Verbreitung des Modells zu verlassen.

Beim Gewicht liegen die beiden mit 25.5 gegen 26 kg praktisch gleich. Ein halbes Kilo entscheidet keine Kaufentscheidung, und keiner der beiden ist ein Gerät, das du gerne über eine Treppe trägst. Rechne bei beiden mit einem Klappmass um 125 cm Länge, das ist eine Kofferraumfrage und keine Handgepäckfrage.

Was die Reichweitenangaben wert sind

Bis 58 km und bis 55 km sind Herstellerangaben. Sie entstehen unter Bedingungen, die du selten hast: konstantes mittleres Tempo, ebene Strecke, milde Temperatur, leichter Fahrer, voller Akku. Jede Abweichung kostet Strecke. Vollgas kostet am meisten, dann Steigungen, dann Kälte, dann häufiges Anfahren und Bremsen.

Für die erste Planung kannst du vorsichtig mit etwa der Hälfte bis 60 Prozent der Herstellerangabe starten, also grob 28 bis 35 km. Das ist keine Garantie, sondern eine Reserve, bis du deinen eigenen Verbrauch kennst. Vollgas, Steigungen und Kälte können die Strecke weiter verkürzen. Die vorsichtige Rechnung gilt für beide Modelle ähnlich, weil ihre Akkus fast gleich gross sind.

Wenn du auf die Strasse willst

45 km/h laut Hersteller heisst: mehr als das Doppelte der Schweizer Limite von 20 km/h. Damit sind beide Modelle keine Strassenfahrzeuge, sondern Geräte für Privatgelände, für das dir der Eigentümer das Fahren erlaubt hat. Umprogrammieren ist kein Ausweg, dazu weiter unten.

Für die Strasse führen wir drei Modelle. Alle drei sind auf 20 km/h limitiert, mit 10 Prozent Toleranz laut Hersteller, und fahren mit zwei 250-W-Bosch-Motoren, zusammen also genau den 500 W, die das Gesetz erlaubt.

Modell CHF Akku Reichweite laut Hersteller
Teverun Blade Mini Pro eKFV 949 52 V, 22.5 Ah (1170 Wh) bis 60 km
Teverun Blade Mini Ultra eKFV 1319 52 V, 30 Ah (1560 Wh) bis 90 km
Teverun Fighter Mini Pro eKFV 1929 52 V, 30.8 Ah Samsung bis 100 km

Der Einstieg kostet hier 949 Franken, also 380 mehr als der T3. Dafür fährst du legal dort, wo du täglich unterwegs bist, und trägst mit 1170 Wh mehr als die eineinhalbfache Energie des T3 mit. Das Blade Mini Pro eKFV wiegt 31.2 kg.

Warum beide nicht auf die Strasse dürfen

In der Schweiz ist ein E-Scooter ein Leicht-Motorfahrrad: höchstens 20 km/h und höchstens 500 W Motorleistung. T3 und G2 haben je 800 W und fahren laut Hersteller 45 km/h. Sie liegen damit bei der Leistung um 60 Prozent und beim Tempo um mehr als das Doppelte über der Limite. Beides zusammen macht sie zu Geräten für Privatgelände.

Auf der Strasse gilt sonst: kein Trottoir, Radwege benutzen wo signalisiert, ab 14 mit Führerausweis Kategorie M und ab 16 ohne. Und nein, Entsperren oder Umprogrammieren ist kein Ausweg. Leistung und Höchstgeschwindigkeit müssen nach Art. 177 Abs. 2 VTS gegen Manipulation geschützt sein. Wer die zulässige Konfiguration verändert, riskiert rechtliche Folgen und Probleme mit der Versicherungsdeckung. Die ganze Rechtslage mit Artikelverweisen steht in unserem Beitrag E-Scooter und Recht in der Schweiz. Dieser Abschnitt ist keine Rechtsberatung, und der Stand kann sich ändern.

Nimm den T3, wenn …

  • … du bei trockenem Wetter fährst und den Scooter drinnen lagerst.
  • … du Wert auf Tubeless-Reifen legst und keine Lust auf Schlauchwechsel hast.
  • … du Federung vorne und hinten schwarz auf weiss willst.
  • … du zum ersten Mal ein Leistungsmodell fährst und die drei Fahrmodi nutzen möchtest.

Nimm den G2, wenn …

  • … dir eine dokumentierte Schutzklasse gegen Staub und Spritzwasser wichtig ist. Dauerregen und Lagerung im Freien deckt IP54 nicht ab.
  • … du auf staubigem oder schmutzigem Gelände unterwegs bist.
  • … dir eine breite Ersatzteil- und Erfahrungsbasis wichtiger ist als die neuere Ausstattung.

Keines der beiden Modelle ist pauschal besser. Der T3 gewinnt bei Reifen, Federung, Ladezeit und Ausstattung, der G2 gewinnt beim Wetterschutz. Bei Preis, Motor, Tempo, Akku und Gewicht ist es ein Gleichstand. Beide verlieren bei der Strassenzulassung.

Dein nächster Schritt

Bevor du bestellst, kläre zwei Dinge. Erstens: wo genau darfst du fahren? Ohne Privatgelände mit Erlaubnis bringt dir keines der beiden Modelle etwas, dann führt der Weg direkt zu den drei eKFV-Modellen. Zweitens: wo steht der Scooter zwischen den Fahrten, und fährst du im Regen? Diese Antwort entscheidet den Vergleich, nicht das Datenblatt.

Steht beides fest, ist die Wahl schnell gemacht. Und wenn du den Scooter irgendwo abstellst, sichere ihn: Kompaktes Faltschloss für 49.90 Franken oder das Alarm Bremsscheibenschloss mit 110 dB für 30 Franken.

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